Wir erleben es fast täglich: Die Zahl der praktizierenden Gläubigen schwindet unaufhörlich. In den sogenannten „erzkatholischen“ Gegenden ist es nicht anders. Woran liegt es wohl?

Mein Freund glaubt, man müsse neue 96 Thesen kreiern. Es kommt mir vor, wie das neue Weiss bei den Reklamen für Waschmittel.

(…) Heute hatten wir den ganzen Tag er-Zwinlit. Wir werden jetzt mal 95 neue Thesen zusammenstellen, oder zumindest versuchen, ob wir das schaffen. Ganz so umwälzend werden sie wohl nicht sein, wie die von Luther. Aber wir versuchen, ob wir es schaffen, 95 aktuelle Probleme in kurze Sätze zu fassen. Hast du Vorschläge? )“

Eine These ist von der Definition her eine Behauptung Neue Thesen wären gegenüber vielleicht gar Antithesen – FGegenbehauptungen.

Als eigenständig denkende Person, will ich mich nicht mit Behauptungen herumschlagen. Ich möchte den Sinn des Lebens verstehen. Darin ist ein echter Glaube begründet. Dies entspricht dem Bedürfnis jedes Menschen.

Als Papier-Katholik (dem Bodenpersonal des „Schöpfers“ gegenüber), bemühte ich mich praktisch nicht um die Ansichten der „Konkurrenz“ – ein Fehler vielleicht!? Doch da versucht wurde, uns die „einzige wahre“ Religion via Nürnberger Trichter bzw. mittels Gehirnpickern ins Gehirn zu gewaschen, brauchte ich mich um „Unwahrheiten“, andere Ansichten, nie zu kümmern – wenn es nach den Kirchenleuten gegangen wäre.

Gehirn-Picker, Zeichnumg: Herbert Odermatt

Gehirn-Picker, Zeichnumg: Herbert Odermatt

Du brauchst nicht zu denken. Das tun wir für Dich. Du musst uns lediglich glauben und vertrauen! So ein Schwachsinn!

Ich kann nicht für Reformierte reden. Ich weiss eigentlich nichts von ihnen! Immerhin habe ich zur Kenntnis genommen, dass das Wirken Zwinglis weiter ging, als lediglich Thesen zu verbreiten.
Da ich mehr dem
Ideal der Geschicklichkeit (führt zum praktischen Sinn-Verständnis) fröne, fehlt(e) Zeit für anderes… – die Ausrede! Dem Ideal der Schönheit (führt zum ästhetischen Sinn-Verständnis) kann ich aus naheliegenden Gründen in gewissen Bereichen nur noch im Kopf frönen… Dem Thema Wahrheit (führt zum logischen Sinn-Verständnis) war ich schon seit eh und je verpflichtet. Das Ideal der Gerechtigkeit (führt zum ethischen Sinn-Verständnis) war und ist für mich stets wichtig.

Schon in jungen Jahren lernte mich das Leben, dass viel gesagt, was nicht gelebt wird. Selbst die Ursache des Todes meines Vaters wurde mir verschwiegen. Geschäftsinteressen und vermeintliche Abhängigkeit waren die nicht ausgesprochenen Grüpnde. So begann ich im Inneren, die Sache von aussen zu betrachten. Ich entwickelte einen eigenen Draht zu meinem obersten Chef. Das Telefon hiefür war, und ist es noch heute: das Gewissen. Weil jeder Mensch aus seiner Sicht im Mittelpunkt steht, braucht er einen inneren Kompass, um sich unter der Sonne zurecht zu finden. Das Gewissen ist hier inhaltlich nicht Resultat einer Morallehre.

Es ist das innere, selbst funktionierende Regulierungssystem. Es strebt stets nach Ausgleich in allen Lebenslagen und -bereichen. Dem Gewissen geht es um nichts weniger als um die Balance des inneren Gleichgewichts.

Das Gewissen verbietet es mir, einen anderen Menschen zu töten (der Notfall, Verteidigung des eigenen Lebens ausgenommen). Da ist die Ethik fundiert. Die Menschenfresser stellten wohl eine Ausnahme dar. Man sagt, dass diese, z.B. auf Borneo, mittlerweilen dazu gelernt hätten, weil ihnen das „Büchsenfleisch“ nun bekannt sei…

Das gute Ge-Wissen strebt nach innerem Ausgleich. Daraus folgt der ethische Wille, mit gutem Gewissen zu handeln. Das fordert von mir Selbstachtung. Und es fordert von mir gegenüber anderen Anständigkeit und Gerechtigkeit (soziale Forderung).Das Gewissen

Das Gewissen

Balance, Sinnbol für das innere Gleichgewicht

Die Balance, Sinnbol für das innere Gleichgewicht

Die Gehirnpicker hämmern die Steigbügel, Handläufe, Schwimmhilfen Halteseile wie eine Lakaienmoral für moralische Kleinkinder ein: „Du sollst nicht, du darfst nicht, es ist Sünde wenn, so was tut man nicht, … Verbote und Gebote! Solch dummes, ideologisches Zeug überdeckt das eigene Ideal, die Harmonie mit den anderen. Als Frau mit nackten Oberarmen darfst du den Petersdom nicht betreten… eine Folge einer pervertierten, explosiven sexuellen Phantasie eines Kirchenfürsten? Gleiches erlebten wir bei der Besichtgung der el-Ghriba-Synagoge auf Djerpa

Ich bewerte mein Tun. Ich bejahe oder verneine es. Ergo steuere ich mein Leben. Ideal handle ich nach bestem Wissen und Gewissen – der Ge-sinn-ung. Was ich nach meinem Wissen und Überzeugung tue, ist meine Realität. Die Realität gilt ohne Ausnahme. Das Gewissen ist der „Künstliche Horizont“, sagt, was ich zu tun habe, ist also der unbedingte Massstab. Wenn ich gegen den inneren Ausgleichmechanismus zwischen dem was ich will und dem was ich soll, bzw. gegen das ausgleichende Sinnverständnis von „Trieb und Geist“ aus Eigennutz für einen bestimmten Zweck verstosse, handle ich gegen meine eigene Überzeugung, gegen meine Gesinnung. Die Gesinnung gegenüber sich und der Umwelt stellt die „Identität“ der „Persönlichkeit“ dar.

Kain erging es nach dem Mord an Abel nicht gut. Er verdrängte das schlechte Gewissen.

Wer das schlechte Gewissen verdrängt handelt gegen seine Überzeugung. Wer der physischen Realität zuwider handelt, richtet sich zu Grunde.

Die abnormen Selbstgefühle sind egozentrische Ich-Bilder. Durch sie missversteht man die Realität. Sie sind Ursache, dass wir uns ärgern, sich beleidigt oder enttäuscht fühlen, oder unzufrieden sind. Irreale Selbstbewertungen sind Ich-Bilder, die man sich einbildet. Sie stehen im Gegensatz zur Objektivität.

Wenn du eine Situation vernünftig beurteilen willst und dich dabei ethisch verhältst (aufgeschlossen, wohlwollend, aufrichtig, gerecht, verantwortungsbewusst und tolerant), dann hast du die Selbstgefühle in der Balance.

Im Laufe der Zeit kann man gewisse Dinge unterdrücken. Beispielsweise kann man das Gewissen ignorieren und so sehr unterdrücken, dass es nicht mehr bewusst ist. Dadurch wird es zum pathologischen Gewissen, was fatale Folgen haben kann. Der Unterschied zwischen einem harmlosen schlechten und einem pathologischen Gewissen ist kein quantitativer, sondern ein qualitativer. Der Vergleich mit einer leichten vorübergehenden und einer chronischen Krankheit ist angebracht.

Ein massiv unterdrücktes Gewissen muss irgend wann entweder explodieren oder implodieren. Zwei grosse Gruppen von Menschen haben ein pathologisches Gewissen:

  • Es sind jene, deren abnormen Selbstgefühle zu psychosomatischen Beschwerden und Erkrankungen führen (Implosion). Der Extremfall: Jemand bringt sich um.

  • Die zweite Gruppe sind die jene, die zu Aggressionen neigen. In dieser Gruppe sind die Verbrecher, die Unholde zu finden, die mit der explosiven Wucht ihres pathologischen Gewissens andere schädigen. Der Extremfall: Andere werden umgebracht. Als Beispiel diene der Fall „Tschanun“, der seinen Chef erschossen hat.

Die autonome Persönlichkeit strebt nach Freiheit und Ausgewogenheit. Letzteres ist dann der Fall, wenn die Innere Freiheit, die Selbstachtung, die eigene Zufriedenheit und das Selbstvertrauen in Lot und Balance sind. Daraus erkennen wir Vier Ideale als Wegweiser:

    • Das Ideal der Wahrheit (führt zum logischen Sinn-Verständnis)

    • Das Ideal der Gerechtigkeit (führt zum ethischen Sinn-Verständnis)

    • Das Ideal der Schönheit (führt zum ästhischen Sinn-Verständnis)

    • Das Ideal der Geschicklichkeit (führt zum praktischen Sinn-Verständnis)

Alles was ich nicht hinterfragt annehme bietet die Gefahr, dass ich mich von meinen Idealen weg bewege!

Via geistige Gehirnwäsche, ist es möglich, dass das Gewissen „übersteuert“ wird! Die katastrophale Verwechslung von echten Idealen (Liebe, Wahrhaftigkeit, Gerechtigkeit, verständnisvolle Toleranz) mit unechten, den Zweck-“Idealen“ (Wünsche, egoistische Interessen, Ideologien) hat fatale Auswirkungen, die man aus der Menschheitsgeschichte erkennen mag.

Die Zweck-“Ideale“, die Ideologien, produzieren viel Intoleranz. Sie reichen vom alltäglichen Meinungszwist bis zu den verheerenden religiösen und politischen Ideologiekämpfen zwischen Staaten (Kreuzzüge, Dreissigjähriger Krieg, Inquisition, Nationalsozialismus inkl. des Grossteils der aktuellen Pressmitteilungen. Al Quaida, IS, und selbst der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdoğan sprechen für sich.

Staatspräsident Erdogan, Möchtegern-Kalif, sagt wo's lang geht...!

Staatspräsident Erdogan, Möchtegern-Kalif, sagt wo’s lang geht…!


Ideologie

Die Selbstbestätigungin stetem Gegensatz zum Selbstvertrauen bedient sich aller Formen des festen Besitzes. Ihr dient auch der Besitz einer Ideologie. Diese dient dazu, um sich und anderen mit einer gängigen Idolrolle zu imponieren. Die Erfolgschancen hängen von der eigenen Clevernes ab. Sie favorisiert eine auf dem Meinungsmarkt zugkräftige Rolle. Wenn man nur ankommt und Geltung um jeden Preis bis zur Selbstpreisgabe erzielt. Die Zuger Politikerin J. S.-H. Hat es excellent demonstriert – bis zur Aufgabe…!

Ideologien sind eine grosse und tragische Hypothek. Sie beanspruchen für ihre Wertsetzungen eine absolute Geltung. Deswegen Sie sind intolerant und totalitär. Ihr Ziel ist es „zu Bekehren“ oder aller andere Überzeugungen „zu vernichten“. Sie bieten ihre vorgestalteten Denkmuster in denen alle ideologischen Denkkonserven (Denk-Spam) gelagert werden, an.

Wer seine Wünsche und Ideologien anderen aufzwingen will, macht sie zu Feinden. Folgen: Entfremdung, Trennnung, Einsamkeit, Hass, Neid, Feindschaft. Identifikation und Abhängigkeit schlagen in die Isolation um. Der egozentrische Identifikationsanspruch, ob als Selbstaufopferung oder als rivalisierende Eroberung führt früher oder später in die Isolation die zu vermeiden wäre! Ein wichtiges Werkzeug ist für sie:

Die Moral

Sie bestimmt die Verhaltensweisen der „Untertanen“ –  bestimmt und vorgebetet durch die „Mächtigen“. Bundeskanzlerin Merkels Sprecher: „In Sachfragen hat das Volk nichts zu sagen. Daran ändert nach Ansicht der Mächtigen nichts“. Aber es wird täglich von Demokratie geredet, derweil Demokratur gemeint ist.

Weil ich geistig selbständig bin, lasse ich mir keine Moral aufzwingen – weder in Form von Geboten, noch von einem konfessionellen Glauben.

Einem Glaubenfolge ich, sofern er meiner logischen Einsicht und meiner Überzeugung entspricht.

Die Religion war einst Hüterin der Naturwissenschaften, im speziellen der Erklärung der Natur. Diese tragend Säule hat sie vor über 500 Jahren an die Wissenschaft abtreten müssen. Die „Neuzeit“ brach an. Seither stehen Wissenschaft und Moraltheorie einander gegenüber. Wissenschaft und Glaube sind durch eine Kluft voneinander getrennt. Die fehlende geistige Verbindung hat auf der einen Seite die Moral in eine Sackgasse geführt. Das ist eine der Ursachen für die Krise in unserer heutigen Kultur.

Die naturwissenschaftliche Technik ist überschätzt worden. Die Menschheit hat sich auf den Weg der Selbstzerstörung begeben. Mit Informations- und Computertechnik wird versucht, bis in die Intimsphäre des Menschen einzudringen, um ihn zu manipulieren. Dem Menschen wird mit einer zweifelhaften Werbepsychologie – ohne moralische Lenkung, mit der ganzen Macht von Zeitschriften, Radio, Fernsehen und social media suggeriert, welche politischen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen „Ideale“ er zu konsumieren hat. Dadurch hat die konfessionelle Sonntagsmoral ihren Einfluss auf das tägliche Leben verloren. Während früher die Qualität der Arbeit im Vordergrund stand, ist es heute die Quantität – kurzlebige Produkte um dem „Götzen“ Wachstum als Erfolgsgott als „neuem „Ideal“ zu frönen.

Künstlicher -Horizont- flightx-net

Künstlicher -Horizont- flightx-net

Die im Glauben fundierte Moral vermag wegen den Formulierungen und Inhalten dem heutigen Wissen und psychologischen Verständnis nicht mehr zu genügen (der leibhaftige Teufel in der kath. Kirche hat wohl ausgedient).

Wir haben gesehen, dass das Gewissen der sowohl Künstlicher Horizont, wie auch Kompass ist. Das ist zwar etwas „mechanisch“ gedacht, doch genau damit, verbunden mit Autppilot findet der Pilot mit seinem Flugzeug durch Nacht, Gewitter und grosse Wolkenschichten. Mit dem inneren Autoregulationssystem, findet der sich selbststeuernde Mensch durchs Leben. Als symoolisches Modell lasse ich es stehen.

Es verbietet einem gesunden, normalen Menschen, andere zu töten (gerecht, ethisch). Moral hat eine ganz andere Qualität: Sie kann es zulassen, dass z.B. Ungläubige getötet werden! Die Belohnung: 72 Jungfrauen… siehe:  Der Lohn der Mätyrer oder „Du kommst in den Himmel, wenn Du glaubst! (Osterfest)“. Das ist sehr raffiniert gestaltet. Es nützt den Verführern wie den Verführten – beide gewinnen!

Philosophie

Die ganzheitliche Betrachtung ist eine philosophische Schau (Theoria). Der Philosophie geht es nie um Nutzen, Erfolg oder Profit. Daher ist es ein Widersinn und Missbrauch, von Unternehmens-Philosophie oder von der „Philosophie“ einer Marke, eines Labels, o.ä. Zu sprechen. Was fälschlich als Unternehmens-Philosophie bezeichnet wird, sind immer nur Strategien oder Ideologien eines Unternehmens.

Echte Philosphpie bemüht sich um das Sinnverständnis. Sie unterscheidet vier Arten:

    • das logischen Sinn-Verständnis

    • das ethischen Sinn-Verständnis

    • das ästhischen Sinn-Verständnis

    • das praktischen Sinn-Verständnis

Jedem Sinnverständnis geht es um das Verstehen und Erleben der Zusammenhänge: der Harmonie. Das Erleben von Harmonie heisst Freude. Durch alle vier Arten des Sinnverständnisses erleben wir Freude.

Wo das harmonische Sinnverständnis fehlt, besteht Disharmonie, Sinnlosigkeit und Chaos. Philosophie beschränkt sich auf das Sinnverständnis.

Ethik

Das Ideal der Gerechtigkeit (führt zum ethischen Sinn-Verständnis). Der Kultur geht es um Anwendung. Kultur bedeutet Förderung und Pflege – die Förderung und Pflege des ethischen Sinnverständnisses.

Die Grundnormen:

    • Gerechtigkeit

    • Aufgeschlossenheit

    • Verantwortung

    • Toleranz

    • Aufrichtigkeit

    • Wohl-Wollen

Ich stehe geistig auf eigenen Füssen. Ich denke selbständig, entscheide und handle aus eigener, ehrlicher Überzeugung und nach meiner logischen Ethik. Ich befinde mich in der Gegenwart der Neuzeit. Ich fühle mich frei, bin kein Untertan des Staates, kein Lakai einer Kirche, einer Partnerin, keine Marionette, hänge an keinem ideologischen Gängelband, auch nicht an dem der theologischen Schriftgelehrten und auch nicht an dem von ideologischen Rechtsgelehrten. Ich unterstütze und fördere jedoch Gesellschaft, Staat und Kirche, sofern sie mir nützen und so lange deren Ziele mit den meinen übereinstimmen. Warum?

Alles was ich aus eigener Überzeugung und Verantwortung tue erzeugt keinen Zwang. Ich verwirkliche meine Freiheit zu tun und lassen, was ich will. Das motiviert.

Handle so, dass die Maxime deines Handelns jederzeit für eine allgemeine Gesetzgebung gelten könnte“

Der kategorischer Imperativ von Immanuel Kant! Damit habe ich die logische Brücke von meiner Innenwelt zur Aussenwelt, von der Gesinnung zur Handlung, vom inneren Gleichgewicht zur sozialen, ethischen Verantwortung.

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Vielleicht braucht es keine neuen 95 Thesen! Es braucht nur eine Absicht, einen echten Glauben zu pflegen, um dem Bedürfnis jedes Menschen, den Sinn des Lebens zu verstehen, nach zu kommen! Das wäre nichts anderes als gerecht und – ergo – ethisch! Alles andere birgt die Gefahr in sich, dass man von einer Ideologie in eine neue schlüpft, quasi vom Regen über die Traufe direkt in die Gosse! Wir wären dann am Punkt, wo Moral ins Spiel kommt! Jene Moral bei der die Kirchenleute dem Volk einen neuen Verhaltenscodex auferlegen! Die Mächtigen sagen den Untertanen, was zu tun und zu denken ist. Wahrlich, eine mittelalterliche Angelegenheit.

„(…) Wenn das Geld im Kasten springt, die Seele in den Himmel springt“ Als Agent des Ablassgewerbes vertrieb Johann Tetzel eine hochmoderne Vollkaskoversicherung für das Jenseits. Bis er ins Visier Martin Luthers geriet. Der machte Tetzel zum Sinnbild des Bösen.

 So zumindest wird Tetzel seit Jahrhunderten zitiert. Allerdings war es wahrscheinlich sein übergroßer Gegenspieler Martin Luther, der mit dieser griffigen Formel die Umtriebe der grassierenden Ablasspredigten auf eine Formel brachte. Tetzel war in diesem Spiel nur ein unbedeutendes Rädchen, aber sein wortgewaltiger Gegenspieler bescherte ihm einen Platz in der Weltgeschichte…)“  Mehr in: Umtriebiger Scharlatan provozierte die Reformation

Die Resetknöpf der Katholischen Kirche: Die Beichte und der Ablass.

Beichtstuhl im Münster zu Ulm. Hier u.a. findet der "Sünden-Reset" statt. Foto: Herbert Odermatt

Beichtstuhl im Münster zu Ulm. Hier u.a. findet der „Sünden-Reset“ statt. Foto: Herbert Odermatt

Mit der Beichte kann alles Unrecht beseitigt werden, indem Busse getan wird. Mit dem Beten von drei „Vater unser“ z.B.!

Noch heute spielt der Ablass im katholischen Glauben eine Rolle, auch wenn das Fegefeuer – in dem die zeitlichen Sündenstrafen zu erdulden wären – dort inzwischen überholt ist.

Im Jahr 2016 feiert die Kirche ein außerordentliches Jubeljahr, in dem die Gläubigen einen Generalablass erwirken können. Jeder, der dem Papst bei seiner Predigt lauscht – ob live, ob im Fernsehen oder via Internet –, habe bei angemessener innerlicher Disposition die Möglichkeit, in den Stand der Gnade zu gelangen. Ein Jahr später ist dann Lutherjahr. Und es ist sicher kein Zufall, dass der ökumenisch aufgeschlossene Papst Franziskus ausgerechnet 2017 einen Besuch in Deutschland, dem Kernland der Reformation, geplant hat. Mehr in Ablasshandel im Spätmittelalter Gnade gegen Geld

Wo anzusetzen wäre:

  • Nur eine einzige Absicht (These): Das wäre echte Reformation! Man stelle sich das Geschrei vor!

Welches wären weitere wichtige Punkte für eine Erneuerung? Will sich die Kirche erneuern, geht es meiner Ansicht nach nicht ohne die Gläubigen! Einige Gedanken dazu: Was zu beachten wäre:

  • Die Gläubigen als emanzipierte, verantwortungsbewusste Menschen behandeln, allenfalls zu solchen fördern bzw. entwickeln! Tut etwas Mutiges!
  • Die Menschen wollen weder Ver- noch Gebote. Sie sind emanzipiert. Sie wollen ernst genommen werden! Vielleicht müsste die Erneuerung von unten nach oben angegangen werden.
  • Keine 96 neue Thesen! Das Kirchenvolk muss einbezogen werden! Und bei den alten Kirchenseilschaften müssten endlich die Seile, allenfalls auch „Betonköpfe“ ausgewechselt werden! Heute schreibt die NZZ; unter Kirchenreform in Zürich:  „Die Kirche muss wissen, welche Rolle sie spielt“. Man erwartet in Zürch weitere 30’000, die der Kirche fern bleiben werden….! Diese werden offenbar nicht mehr erreicht! Da läuft etwas schief!
  • Keine alte Ideologie durch eine neue ersetzen!
  • Es sind nicht nur Reformierte, die Abwanderung und Austritte aus der Kirche zu beklagen haben. Den Katholiken ergeht es nicht anders! Kein Wunder, wenn man das Gebahren einiger Kirchenfürsten beobachtet! Etwa Bischof Huonder in Chur und Bischof Haas Im Fürstentum Liechtenstein.
  • Emanzipation vom konfessionellen Moralismus (sexuelle Körperempfindungen sind Teil des ästhetischen Sinnverständnisses).
  • Den schleichenden Funtamentalismus in den Landeskirchen bekämpfen =>  NZZ am Sonntag, 28. 08. 05
  • Weg vom Zweckglauben! Diesem geht es darum, die eigene Ansicht durchzusetzen. Die jeweiligen Zusammenhänge erkennen wollen und ein adäquates Urteil finden ist nicht gefragt. Daher ist jeder Zweckglaube dogmatisch, fundamentalistisch und immer auch intolerant. Politische und konfessionelle Ideologien verfolgen einen Zweckglauben. Der echte Glaube wird als Mittel zur Macht missbraucht. Der zweckhafte Glaube wird zum radikalen Gegensatz gegenüber dem philosophischen Glauben.
  • Weg von Erbsünde, der Todsünde und der Verteufelung der Sexualität! das ist aufgedrängter, anerzogener Glauben, der keine eigene Überzeugung zulässt. Das ist unmoralische geistige Vergewaltigung!
  • Frauen den Männern gleich stellen. Frauen sollen die gleichen Funktionen einnehmen können, wie Männer. Warum soll eine Frau die Messe nicht lesen dürfen und warum nicht Pfarrerin, Bischof und Kardinal werden?
  • Den Zöllibat abschaffen!

  • Einen echten Glauben pflegen, um dem Bedürfnis jedes Menschen, den Sinn des Lebens zu verstehen, nach zu kommen.

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Noch einige interessante Artikel:

  • Reformationsjubiläum – Schattenwurf Zwingli – Neugeburt
  • Ganz privat – Zwingli war ein Lebemann
  • Kirche in der Krise? «Zwingli war gar kein Zwinglianer!
  • Huldrych ZwingliEr war kein kulturloser Banause
  • Zwingli als Türöffner zum Reformationsjubiläum

  • Ein Rebell nach Schweizer Art – Zwingli: vom Bauernsohn zum Weltbeweger.“/…)  Am Anfang waren die neuen sozialen Medien. Die Erfindung des Buchdrucks 1450 durch­Johannes Gensfleisch, genannt Gutenberg, zerstörte die Deutungsallmacht der alten Kirche, die seit über tausend Jahren fast unangefochten regierte.Die «beweglichen Lettern» befreiten den Geist. Und bald stürzten die Hierarchien. Es war ein bisschen wie heute. Die neuen Guten- und Zuckerbergs von Facebook bis Twitter entmachten die alten Medien, die falschen Päpste und Autoritäten ihrer Zeit. …   ….Die Leute, die heute bereit sind, diese harterkämpfte Unab­hängigkeit preiszugeben, ja die Schweiz wegen der Aussicht auf ein paar einträgliche Geschäfte ans Ausland zu verkaufen, sollten Zwinglis Tiraden gegen das militärische Söldnerwesen lesen. Ersetzt man die Worte «Söldner» und «Frankreich» durch die Begriffe «bilateral» und «Brüssel», sind wir in der Gegenwart…)“ 

Das Gedankengut ist inspiriert durch die Teilanahme an den Seminarien von. Prof. Dr. Max Lüscher. Aussagen finden sich auch in Lüscher:

  • Das Harmoniegesetz in uns

  • Der 4-Farben-Mensch